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Duale Ausbildung sichert Fachkräftebedarf

Die duale Berufsausbildung ist ein wichtiger Motor für die Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Region. Und trotzdem sind die Bewerberzahlen für Ausbildungsplätze rückläufig. Aus diesem Anlass fanden sich vergangenen Donnerstag 25 Firmenvertreter aus der Region im Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen ein.

25 Firmenvertreter beim Vortrag des Berufsbildungszentrums (bbz) der IHK Siegen: „Die Besten finden, begeistern, fördern und binden“.

Der Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde stand unter dem Motto „Die Besten finden, begeistern, fördern und binden“ und war Teil einer Veranstaltungsreihe im Rahmen des Projekts „Ausbildung 4.0 Siegen-Wittgenstein“. 

Zum Auftakt des Vortrags zieht Judith Hamers, Projektleiterin, Bilanz nach dem ersten Jahr „Ausbildung 4.0“. „Wir haben viele Unternehmen in der Region besucht und festgestellt, dass die Förderung und Qualifizierung von Auszubildenden ein wichtiges Thema ist.“ Die duale Berufsausbildung soll insbesondere für leistungsstarke Jugendliche attraktiver gestaltet werden. „Das erreichen wir jedoch nicht, indem wir nur mit dem Recht auf Ausbildungsverkürzung werben. Die duale Ausbildung muss vielmehr inhaltlich aufgewertet werden“, betont Klaus Fenster, Geschäftsführer des bbz, die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels.

 

Knapp 60% nehmen ein Studium auf

Die Frage, „wo verlieren wir immer mehr junge Menschen für die Ausbildung?“, stellte auch die Referentin des Vortrags, Claudia Kelm. Als Geschäftsführerin der CaSa Personalmanagement GmbH, weiß sie genau, vor welchen Schwierigkeiten die Betriebe heute stehen. „57,8% der Schulabgänger bundesweit besuchen eine (Fach-)Hochschule und der demografische Wandel kommt als weiterer Faktor erschwerend hinzu“, so Kelm. Mit Blick auf diese Statistik wird schnell klar: es gibt immer weniger junge Menschen und von denen will die Mehrheit nach der Schule ein Studium aufnehmen. Die Frage nach dem ‚Warum‘ wurde im Plenum diskutiert. Die Teilnehmer sehen darin auch ein gesellschaftliches Problem: Viele junge Menschen versprechen sich von einem akademischen Abschluss vor allem ein hohes Einkommen und Ansehen, kennen aber selten die Möglichkeiten, die ihnen eine duale Ausbildung bietet.

 

Zusatzqualifikationen als Instrument zur Qualitätssteigerung

Claudia Kelm brachte auch Lösungsansätze. Ein Instrument zur Qualitätssteigerung in der Ausbildung sind Zusatzqualifikationen. Unternehmen können ihre Auszubildenden individuell, bedarfsgerecht und über die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans hinaus qualifizieren. Die Auszubildenden werden schon früh auf zukünftige Aufgabengebiete vorbereitet, bekommen langfristige Perspektiven aufgezeigt und können sich interessante Arbeitsfelder erschließen. Eine Ausbildung mit Zusatzqualifikation bietet somit eine attraktive Alternative zum Studium.

Dass Unternehmen handeln müssen, betonte auch Holger E. Flender. Der Geschäftsführer der Dornseiff Autokrane GmbH in Olpe machte schon zu Beginn deutlich: „Personalplanung und –entwicklung beginnt bei den Auszubildenden“. Er zeigte auf, wie die Dornseiff GmbH ihre Auszubildenden an sich bindet: „Karriereplanung ist bei uns, je nach Bedarf, Bestandteil bei der Einstellung von Auszubildenden. Dazu gehören selbstverständlich Zusatzqualifikationen und berufliche Weiterbildungen.“

 

Förderung und Gewinnung von Auszubildenden wichtig

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, welche Bedeutung die duale Ausbildung für die Firmen der Region hat. „Unternehmen, die die Jugendlichen nicht fordern und fördern, gefährden ihren langfristigen Erfolg“, betonte Holger Flender. Der Bedarf zum Austausch ist groß, Ideen und Konzepte zur Gewinnung und Förderung von Auszubildenden sind gefragt. Aus diesem Grund bildete der Vortrag am Donnerstag auch nur den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe. Im Rahmen des Projekts „Ausbildung 4.0 Siegen-Wittgenstein“ finden regelmäßig Vorträge und Workshops zu Themen des Ausbildungsmarketings und der Förderung von Auszubildenden statt. „Ausbildung 4.0 Siegen-Wittgenstein“ wird gefördert als JOBSTARTER plus Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds.

Informationen für Auszubildende und Betriebe erhalten Sie auf unserer Homepage: www.bbz-siegen.de oder direkt bei Judith Hamers unter 0271/89057-21, hamers@bbz-siegen.de.

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